Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Fraktion der AfD bittet Sie darum, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Ratssitzung zu setzen:
Beschluss:
Die Verwaltung wird beauftragt, die folgenden Maßnahmen zur Verbesserung der untragbaren Situation in den städtischen und von der Stadt geförderten Kindertagesstätten (Kitas) zu prüfen und dem Rat bis zur Sitzung des Rates am 02.07.2026 einen ersten Bericht über die Umsetzungsmöglichkeiten, Kosten und Zeitplan vorzulegen.
- Prüfung eines „Notfallplans Betreuungsgarantie“: Es soll geprüft werden, wie durch einen zentral koordinierten Pool an pädagogischen Springer-Kräften kurzfristige Schließungen von Gruppen oder ganzen Kitas aufgrund von Personalmangel verhindert werden können. Ziel sollte es sein, in Notfallsituationen insbesondere die tägliche Betreuungsgarantie für berufstätige Eltern sicherzustellen.
- Prüfung zur Einrichtung eines „Tagespflege-Springerpools“: Die Verwaltung soll prüfen, wie qualifizierte Tagespflegepersonen mit freien Kapazitäten vertraglich in einen Springerpool integriert werden können. Diese sollen bei Personalengpässen flexibel in den Kitas eingesetzt werden, um Gruppen zu unterstützen oder Schließungen zu verhindern. Die Prüfung soll die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen umfassen.
- Prüfung eines Maßnahmenpakets „Personaloffensive Kita“: Um dem dramatischen Personalmangel entgegenzuwirken, soll die Verwaltung prüfen:
- Die Einführung einer „Köln-Zulage“ für pädagogisches Personal.
- Die Bereitstellung von vergünstigten Job-Tickets und die Schaffung von Kontingenten für Werkswohnungen oder ähnlichen Anreizen.
- Eine Kampagne zur Anerkennung und Wertschätzung des Berufs.
- Prüfung zur Reduzierung der Gruppengrößen: Die Verwaltung soll berichten, in wie vielen Kitas der gesetzliche Personalschlüssel nicht eingehalten wird und prüfen, welche Sofortmaßnahmen (z.B. Einsatz von mehr Assistenzpersonal) möglich sind.
Begründung:
Die Zustände in vielen Kölner Kindertagesstätten sind für Eltern, Kinder und das Personal unerträglich geworden. Es geht längst nicht mehr nur um fehlende Plätze, sondern um den rapiden Verfall der Qualität und Verlässlichkeit der bestehenden Betreuung. Permanente Personalausfälle führen zu kurzfristigen Schließungen, drastisch verkürzten Öffnungszeiten und der Zusammenlegung von Gruppen, was eine adäquate pädagogische Arbeit unmöglich macht. Eltern können ihrer Arbeit nicht mehr verlässlich nachgehen und stehen unter enormem, täglichem Stress. Das verbliebene pädagogische Personal arbeitet am Rande des Burn-outs. Die Stadt Köln verletzt damit den Geist des Rechtsanspruchs auf frühkindliche Förderung gemäß §24 SGB VIII. Die bloße Verwaltung des Mangels muss ein Ende haben. Dieser Antrag zielt darauf ab, die Kernprobleme der Kita-Krise direkt und innovativ anzugehen: Ein Notfallplan (zu 1.) schafft die für Eltern existentielle Verlässlichkeit.
Der Einsatz eines Tagespflege-Springerpools (zu 2.) würde eine riesige, bisher ungenutzte Ressource an qualifiziertem Personal mobilisieren, um Engpässe flexibel und stadtteilnah zu überbrücken. Eine Personaloffensive (zu 3.) ist der einzige Weg, den Fachkräftemangel aktiv zu bekämpfen, anstatt ihn nur zu beklagen. Köln zählt zu den Städten in NRW mit den höchsten Lebenshaltungskosten und wird als Standort für mittlere Einkommen zunehmend unattraktiv. Die Reduzierung der Belastung (zu 4.) ist entscheidend, um die pädagogische Qualität der frühkindlichen Bildung zu sichern und das Personal langfristig im Beruf zu halten. Es ist höchste Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung nachkommt und die mangelhafte Situation in den Kitas zur Chefsache macht. Eltern und vor allem die Kinder haben ein Recht auf verlässliche und hochwertige Betreuung.
gez. Matthias Büschges
(Fraktionsgeschäftsführer)
> Den Antrag hier herunterladen
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