Köln, den 27.01.2026. Michael Nickel, Vorsitzender AfD-Fraktion in der Bezirksvertretung Nippes.
„Parteipolitische Instrumentalisierung überschattet würdiges Erinnern.“
Heute war ich zur Unterstützung unserer Mitglieder der Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik bei der Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus. Eigentlich hätte es eine würdevolle Veranstaltung sein sollen. So jedenfalls der ursprüngliche Gedanke.
Doch die erste Rednerin – soweit ich mich richtig erinnere, handelte es sich um Birgit Bungarten – hatte offenbar ein anderes Verständnis von Anlass und Rahmen. Die Rede begann noch in Ansätzen themenbezogen. Danach wurde das Gedenken Schritt für Schritt in eine politische Bühne umfunktioniert – erst die angeblich steigende Gefahr von rechts, dann der unvermeidliche Schwenk zur AFD. Offenbar ließ sich die Gelegenheit zur politischen Selbstinszenierung nicht ungenutzt lassen. Das Ergebnis war eine Hetz- und Hassrede gegen die AFD, die jegliche Verbindung zum Geist dieser Veranstaltung verlor. Eine Gedenkveranstaltung für politische Propaganda und Agitation zu instrumentalisieren, ist zutiefst verwerflich und inakzeptabel.
Die ansonsten sehr schöne und würdevolle Veranstaltung hat dadurch einen deutlichen Makel erhalten. Besonders bitter ist das angesichts des hervorragenden Beitrags des Männerchors „Zauberflöten“, der gezeigt hat, wie würdig und angemessen diese Veranstaltung hätte sein können.
Mit dieser Rede hat die Rednerin die Gedenkveranstaltung entwertet und den beteiligten Personen und Gruppierungen einen deutlichen Bärendienst erwiesen.
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