Stephan Boyens (AfD): Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt allein in Köln derzeit zwischen 7 000 und 8 500 Menschen, die an dem chronischen Erschöpfungssyndrom, abgekürzt ME/CFS, erkrankt sind. Diese Zahl hat sich seit der Coronapandemie durch das Virus und durch Impfnebenwirkungen mittlerweile verdreifacht. Eine angemessene medizinische Versorgung von Long Covid bzw. Post-Covid oder auch Post-Vac ist heute, fünf Jahre danach, immer noch quasi nicht existent. Diese Erkrankungen – führen Sie sich das bitte vor Augen – zerstören ganze Familien. Daran hängen Existenzen und Menschenleben. Viele Betroffene sind dauerhaft aus dem Leben gerissen oder arbeitsunfähig. Ihre Kinder werden nur noch schlecht versorgt, Angehörige werden zu Pflegenden – das Ganze weitgehend ohne größere Unterstützung. Insbesondere Impfschäden werden nach wie vor aus den folgenden Gründen häufig nicht als solche erkannt: Erstens. Es fehlen Studien und eine ordnungsgemäße Datenauswertung der Behörden. Hier ist insbesondere das Paul-Ehrlich-Institut kritisch zu erwähnen. Das Paul-Ehrlich-Institut erstellt nämlich weiterhin keinen Abgleich mit den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung. Das müssten sie allerdings gemäß § 13 Infektionsschutzgesetz tun. Es unterbleibt aber. Aktuell liegt die Ablehnungsquote der Anträge auf Anerkennung von Impfschäden in Nordrhein-Westfalen bei knapp 88 Prozent, das heißt also, 88 Prozent, fast 90 Prozent werden negativ beschieden. Ein weiterer Punkt: Aufgrund der komplexen immunologischen Reaktionen nach der Impfung und den unterschiedlichen Symptomen und körperlichen Schäden erkennen viele Haus- und Fachärzte die Impfnebenwirkungen oftmals nicht. Hinzu kommt: Impfschäden sind derzeit immer noch tabuisiert, und so ordnen Ärzte den Schaden eher der Covid-Infektion, dem Alter der Patienten oder etwaigen sonstigen Vorerkrankungen zu, anstatt sie als solche zu erkennen. Außerdem haben wir das Problem, dass diese Erkrankungen von Ärzten und Gutachtern fälschlicherweise häufig mit einer psychischen und nicht einer somatischen Ursache in Zusammenhang gebracht werden. Also kurzum: Die betroffenen Menschen werden heute weitgehend allein gelassen. Wir hatten hier neulich in Köln eine Demonstration. Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben. Die Selbsthilfegruppe hat hier eine Demonstration auf dem Heumarkt durchgeführt und ist dann durch die Stadt gezogen. Wir regen daher dringend an, in den Kliniken der Stadt Köln – auf die haben wir ja Einfluss und Zugriff – eine entsprechend qualifizierte interdisziplinäre Ambulanz einzurichten als Anlaufstelle für die Menschen, die davon betroffen sind. Es sind, wie gesagt, etliche. Viele davon sind in der Versenkung verschwunden, weil sie einfach gar nicht mehr die Wohnung verlassen und aus dem Bett herauskommen. Die Forderungen der ME/CFS-Selbsthilfegruppe in Köln sind dabei – das möchten wir anregen – explizit zu berücksichtigen. Meine Damen und Herren, stimmen Sie für unseren Antrag. Die betroffenen Menschen wurden und werden schon viel zu lange allein gelassen. Wir als Stadt haben direkten Einfluss auf die Kliniken der Stadt Köln. Hier können wir etwas bewirken. Lassen wir diese Menschen nicht allein. -Vielen Dank.

(Beifall bei der AfD)

 

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