Stephan Boyens (AfD): Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Meine Damen und Herren! Ich weiß ja nicht, ob die CDU hier in Köln es im Vorfeld dieser Intendantenwahl für nötig befunden hat, in der Causa Voges einmal mit ihren Kollegen in Hannover Kontakt aufzunehmen. Dann wüssten Sie nämlich, dass dieser Herr Voges dort vor zehn Jahren eine Skandalinszenierung allererster Ordnung, nämlich des „Freischütz“ von Carl Maria von Weber, hingelegt hat. Die CDU in Hannover hat das seinerzeit scharf kritisiert und es sogar zum Thema einer Anfrage im Niedersächsischen Landtag gemacht. Was war passiert? Dazu muss man wissen: Der „Freischütz“, 1821 in Berlin mit beispiellosem Erfolg uraufgeführt, gilt als die erste deutsche Nationaloper. Carl Maria von Weber gelang damals ein absoluter Befreiungsschlag; er begründete ein neues Genre und ebnete den Weg für die deutsche romantische Oper. Aber was machte Herr Voges aus diesem Werk? Nun, das, was einem Theatermann mit abgebrochenem Soziologiestudium von heute so einfällt, der zugleich von einem pathologischen Hass auf die eigene Nation,
(Lukas Lorenz [SPD]: Pathologisch ist nur eine Fraktion hier im Rat!)
auf das eigene Volk und auf die eigene Heimat durchsetzt, ja, man muss sagen, zerfressen ist. Ich nenne nur einige Stichworte zu der damaligen Inszenierung: SS-Leute in Strapsen;
(Heiterkeit und Beifall)
ein Penis wird vor den Augen des Publikums abgeschnitten; das Blut spritzt, und das nicht nur einmal; ein notgeiler Weihnachtsmann; und der Hauptprotagonist, Jäger Max, erschießt dann noch zu allem Überfluss aus Versehen eine Migrantin.
(Zurufe vom Bündnis 90/Die Grünen)
Meine Damen und Herren, das war dann selbst der sonst meist wohlgesonnenen Theaterkritik zu viel. Die Theaterkritik, die sonst – Herr Hammer sagt ja gerade: Kunstfreiheit – für alles und jedes Verständnis hat, schrieb damals – ich zitiere -: Ich bin diese billigen Aktualisierungen, die sexualisierten, brutalisierten, ekelerregenden Produktionsversuche, so leid, bis zur Langeweile leid.
(Beifall bei der AfD – Lino Hammer [Bündnis 90/Die Grünen]: Dann muss man halt nicht hingehen! Meine Güte!)
Eigentlich hilft hier nur eins: wegschmeißen und neu machen. – Zitat Ende. Das ist ja nicht meine Kritik, sondern die Kritik der Theaterkritiker und Sachverständigen. Selbst die Süddeutsche Zeitung urteilte über die Voges-Inszenierung, sie sei – Zitat – „eine überladene Zumutung“.
(Maria Helmis-Arend [SPD]: Das ist etwas anderes! Es geht hier um die Betriebsleitung!)
Eine überladene Zumutung! Infolge dieser Inszenierung – ich komme jetzt zur Sache – hat die Staatsoper Hannover – auch das wissen vielleicht nicht alle Ratsmitglieder – 20 000 zahlende Zuschauer verloren. Funfact am Rande: Das Voges-Machwerk wurde von der FSK als „FSK 16“ klassifiziert – mit der Folge, dass unzählige Schulklassen, die sich diese „Freischütz“-Inszenierung angucken sollten, dort nicht hingehen durften, weil die Schüler eben 14 oder 15 und nicht 16 Jahre alt waren. Wenn das nicht eine Visitenkarte für Köln ist, dann weiß ich es auch nicht, meine Damen und Herren von der CDU. Insofern rufe ich Herrn Voges zu, der heute leider nicht da ist: Wir haben hier in Köln ja schon die Zustände am Neumarkt. Die brauchen wir nicht auch noch auf den Bühnen der Stadt Köln.
(Beifall bei der AfD – Lukas Lorenz [SPD]: Meine Fresse!)
Lassen Sie mich anhand eines letzten weiteren Punktes begründen, warum Herr Voges hier heute auf keinen Fall gewählt und zum Intendanten bestellt werden darf.
(Maria Helmis-Arend [SPD]: Es geht um die Betriebsleitung, nicht um die Intendanz! Lesen Sie doch mal die Vorlage!)
Nur eine Woche nach dem Correctiv-Lügenbericht hat er ein weiteres Theaterstück auf die Bühne gebracht und hat damit die – das darf ja gerichtsfest so bezeichnet werden – dreckigen Correctiv-Lügen weiterverbreitet.
(Beifall bei der AfD)
Herr Voges hat – das passt ganz hervorragend dazu – in seiner Antrittspressekonferenz hier in Köln gesagt – Zitat -: Ich möchte ein neues Zeitalter des „faktenbasierten“ Theaters einleiten. Na super! Indem er so eine Correctiv-Lüge weiterverbreitet.
(Beifall bei der AfD)
Aus Lüge wird Wahrheit! George Orwell lässt grüßen. Ich sage Ihnen, was er hier will. Er will hier politisches Theater machen; das hat er selber so angekündigt. Und ich sage Ihnen, was er wirklich will: Er will das Kölner Schauspiel zu einer Schleuder der Falschinformationen umfunktionieren.
(Dr. Ralph Elster [CDU]: Das Mikrofonausschalten! Unmöglich!)
Meine Damen und Herren, dieser Berufung können wir daher auf keinen Fall zustimmen. Im Übrigen werden wir geheime Abstimmung beantragen.
(Zurufe: Was?)
Danke.
(Beifall bei der AfD)
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