Denkmalpflegerische Sanierung des Trauerhallenensembles auf dem Melaten-Friedhof, Piusstraße durch ein Totalunternehmen – Bedarfsfeststellungs- und Planungsbeschluss – 1764/2025
Wiebke Herrmann (AfD): Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Zuschauer! Das Trauerhallenensemble auf Melaten ist zweifellos ein bedeutendes, denkmalgeschütztes Bauwerk und wichtig für die Kölner Erinnerungskultur. Dass hier Handlungsbedarf besteht, ist also außer Frage. Es bleiben aus unserer Sicht aber einige Punkte offen.
Erstens führt die Verwaltung bereits seit 2022 Untersuchungen durch. Die Trauerhalle selbst ist seit 2023 gesperrt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum der konkrete Sanierungsbedarf bzw. die notwendigen Beschlüsse erst jetzt hier vorgelegt werden. Durch die Verzögerung musste ein Interimsstandort eingerichtet werden, dessen Errichtung bereits 427.000 Euro gekostet hat. Hinzu kommen laufende Kosten von bislang 195.000 Euro sowie jährliche Kosten von etwa 67.000 Euro. Und das, obwohl der Kölner Haushalt schon seit 2022 – davor und danach auch – nicht mehr in einer Lage war oder ist, in der wir nicht mehr wissen, wie wir das Geld ausgeben können.
Zweitens weist die Verwaltung selbst darauf hin, dass umfangreiche Abstimmungen mit der Denkmalpflege erforderlich sein werden. Erfahrungsgemäß bergen solche Verfahren erhebliche Risiken hinsichtlich Kostensteigerungen und weiterer zeitlicher Verzögerungen. Die Kölner Oper lässt grüßen. Auch hierzu enthält die Vorlage keine ausreichenden Aussagen.
Wir sind nicht gegen die Sanierung dieses Bauwerks, aber ohne eine belastbare Kostenschätzung für das Gesamtprojekt und ohne nähere Informationen zu den finanziellen und auch zeitlichen Risiken können wir der Vorlage leider nicht guten Gewissens zustimmen und werden uns deshalb enthalten. – Vielen Dank.
(Beifall bei der AfD)