Antrag der SPD-Fraktion betreffend „1. FC Köln – Satellitenplatz-Modell“ – AN/1110/2026
Christer Cremer (AfD): Herr Oberbürgermeister! Meine Damen und Herren! Liebe Zuschauer hier im Saal und im digitalen Livestream! Ich will jetzt erst einmal mit ein paar Mythen, die sich hier in den Reden ergeben haben, aufräumen. Es gab nie ein politisches Patt in diesem Stadtrat zur Frage des 1. FC Köln und seines Ausbaus.
(Beifall bei der AfD)
Es gab hier einen Hinderungsgrund. Das war diese dusselige Brandmauer. Es gibt jetzt auch hier eine Mehrheit, wahrscheinlich für den Antrag. Ich bin gespannt, ob der Oberbürgermeister gleich wieder durchzählen lassen muss.
(Beifall bei der AfD)
Dann gehen wieder einige Leute raus – man hat ja Angst, dass Anträge mit den Stimmen der AfD zustande kommen. Es hat hier immer eine Mehrheit für den Ausbau des 1. FC Köln am Geißbockheim gegeben. Meine Partei, meine Fraktion haben immer konsequent dahintergestanden.
(Beifall bei der AfD)
Keine andere Partei hat das in der Form getan.
Aber eine Frage bleibt jetzt auch noch für uns. Wir wollten eigentlich dem Antrag der SPD, der FDP und der CDU zustimmen. Was passiert, wenn wir dem zustimmen? Und das ist eine wirkliche Fachfrage an die Verwaltung, denn für uns bleibt die Priorität, dass weiterhin der ursprünglich geplante Ausbau des Geißbockheims so stattfinden kann. Dazu hätte ich gern gleich noch eine fachliche Einschätzung der Verwaltung. Was haben wir mit dem 1. FC Köln? Wir haben damit eines der Aushängeschilder in dieser Stadt. Wie mit dem Verein im letzten Jahrzehnt umgegangen worden ist, ist absolut unwürdig. Der Verein kommt aus Sülz; er ist dort gegründet worden. Warum sollte er dort nicht bleiben? Er sollte sogar vertrieben werden. Wer wirklich meint, das Weltklima zu retten, indem man da irgendeinen Ausbau nicht stattfinden lässt, wo es doch Ersatzflächen geben soll, der zeigt, wessen Geistes Kind er ist, dass er nämlich kein Lokalpatriot ist.
(Beifall bei der AfD)
Der gesamte Umgang mit dem 1. FC Köln ist ein Mahnmal für diese Stadt. Jeder Unternehmer – sei er Kleinunternehmer, sei er Großunternehmer – weiß, wie man mit ihm hier in dieser Stadt umgeht, und zwar nicht gut, wenn wir das noch nicht einmal mit dem 1. FC Köln hinbekommen. Deswegen ist es gut, dass sich da jetzt etwas tut, weil wir der Meinung sind, wir wollen einen leistungsfähigen Fußball haben; wir wollen endlich wieder eine deutsche Meisterschaft in Köln feiern. Es wurde doch hier gerade von Herrn Seeck gesagt, die erste Meisterschaft der Bundesliga war vom 1. FC Köln. Das ist nur leider alles ein bisschen lange her. Ich bin 1982 geboren.
(Zuruf von Jasna Ibric [Volt])
Das war vier Jahre nach der letzten deutschen Meisterschaft. Ich möchte hier nicht nur Zweitligameisterschaften feiern, sondern ich möchte hier Bundesligameisterschaften feiern und die Champions League zumindest einmal erleben dürfen.
(Beifall bei der AfD)
Aber es war, glaube ich, auch für jeden hier erkennbar, woher der Wind weht. Die Grünen können es schon nicht so richtig mit dem richtigen – eigentlichen – Patriotismus für unser Land.
(Heiterkeit beim Bündnis 90/Die Grünen)
Der Vorsitzende Ihrer Jugendorganisation hat gezeigt, wessen Geistes Kind er ist: „Hängt eure scheiß Deutschlandfahnen ab!“ – das hat er gesagt. Da können Sie mir nicht erzählen, dass Sie Lokalpatrioten sind.
(Beifall bei der AfD – Zuruf von Sercan Bars [SPD])
Sie hassen das eigene Land. Sie hassen wahrscheinlich auch die eigene Stadt und die Fans.
Oberbürgermeister Torsten Burmester: Herr Cremer, darf ich Sie bitten, zur Sache zu sprechen?
Christer Cremer (AfD): Ich spreche doch zur Sache!
(Zuruf von Christian Joisten [SPD])
Wahrscheinlich verachten Sie damit auch den einen oder anderen FC-Fan, der die Deutschlandfahne trotz eines Herrn Nagelsmanns und trotz einer Nicht-Nominierung von Herrn Müller aufgehangen hat. Da muss man dann auch sagen, da sieht man auch, wo Sie sich ähneln. Sie sind wie Herr Nagelsmann, liebe Grüne: arrogant, besserwisserisch, und Sie haben Schande über Deutschland gebracht, meine Damen und Herren, mit Ihrer Politik.
(Buhrufe von der LINKEN und SPD – Beifall bei der AfD)
Oberbürgermeister Torsten Burmester: Herr Cremer.
Christer Cremer (AfD): Ja?
Oberbürgermeister Torsten Burmester: Ich bitte Sie, die Wortwahl zu beachten.
Christer Cremer (AfD): Ja. – Deswegen werden wir dem Antrag zustimmen; denn wir stehen ohne Wenn und Aber zum 1. FC Köln und möchten auch, dass dieses Aushängeschild gestärkt wird. Wir stehen zu dieser Stadt, zu diesem Land und möchten, wie gesagt, dass darüber auch der sportliche Erfolg zurückkommt. Wir haben gerade schon gehört, wie viele Mitglieder wir haben; dass wir so ein starker Verein sind und in vielen Bereichen Top Ten sind. Leider stehen wir nur nicht in der Bundesliga in der Top Ten. Da sollten wir ganz weit oben stehen. Ich glaube, das muss der Anspruch der viertgrößten Stadt Deutschlands sein. Das werden wir nicht über Geld hinbekommen, sondern nur über eine konsequente und richtig gute Jugendarbeit – bitte nicht nach den DFB-Regularien; das hat sich ja nicht als erfolgreich herausgestellt, sondern da sollten wir einen eigenen Kölner Weg beginnen. Wir werden dem Antrag von SPD, FDP und CDU zustimmen. Nur eine Voraussetzung bleibt: dass der eigentliche Ausbau des Geißbockheims weiter möglich ist. Wir sagen hier auch in aller Offenheit: Wenn es da irgendwelche Abstimmungen oder Ähnliches gebraucht – wir stehen dafür bereit, dass das möglich ist. Das machen wir ohne Wenn und Aber. Sie müssen nur mit uns reden.
Oberbürgermeister Torsten Burmester: Ihre Redezeit ist abgelaufen.
Christer Cremer (AfD): Vergessen Sie einfach mal zum Wohle des 1. FC Köln die Brandmauer. – Vielen Dank.
(Beifall bei der AfD – Niklas Kienitz [CDU]: Mein Gott, ist das widerlich!)